Aktualisiert am 27.08.2025

Barrett-Ösophagus: Was dahintersteckt und wie er behandelt wird

Ein Mann trinkt ein Glas Wasser.

Ein chronischer Reflux kann dein Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen. Zudem reizt langfristiges Sodbrennen die Speiseröhre – mit möglichen Folgen. Eine davon ist der sogenannte Barrett-Ösophagus. Was dagegen hilft, liest du in diesem Artikel.

von Kevin Berg, Journalist

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Unser Service für dich:

  • Ein Barrett-Ösophagus ist eine Folge chronischen Refluxes. Durch die ständige Reizung verändert sich das Gewebe am unteren Ende der Speiseröhre.
  • Das ursprüngliche Plattenepithel wird durch säureresistenteres Zylinderepithel ersetzt. Dieser Umbau schützt kurzfristig, birgt aber ein erhöhtes Krebsrisiko.
  • Meist entsteht die Veränderung im Zusammenhang mit der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD).  Sodbrennen ist ein typisches Symptom – aber nicht immer spürbar.
  • Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Übergewicht, Alkohol, Rauchen und Stress. Auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten können eine Rolle spielen.
  • Die Erkrankung verläuft häufig ohne eindeutige Beschwerden. Deshalb sind regelmäßige endoskopische Kontrollen bei chronischer GERD sinnvoll.

Was ist ein Barrett-Ösophagus?

Wenn sich die Schleimhaut im unteren Teil der Speiseröhre krankhaft verändert, spricht man vom Barrett-Ösophagus. Diese Gewebeveränderung entsteht meist durch langjährigen Reflux – also den Rückfluss von Magensäure und anderen reizenden Bestandteilen wie Pepsin in die Speiseröhre. Häufig liegt eine Refluxkrankheit (GERD) zugrunde. Bei dieser Erkrankung arbeitet der untere Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr richtig. Dadurch kommt es häufiger zu Sodbrennen und anderen Symptomen.

Auf Dauer wird genau das zum Problem. Die Magensäure reizt die Schleimhaut und kann eine Refluxösophagitis auslösen – so nennt man die Entzündung der Speiseröhre.

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick auf die Zellebene. Normalerweise befinden sich in der Speiseröhre flache Plattenepithelzellen. Sie bilden eine physikalische Schutzbarriere, sind jedoch nicht gegen die aggressive Magensäure gewappnet. Auf die Reizung reagiert der Körper zunächst mit einem Regenerationsprozess. Er versucht, beschädigte Zellen zu ersetzen. Doch bei unbehandeltem, chronischem Reflux reicht das auf Dauer nicht aus – denn auch die neu gebildeten Zellen sind ständig der Säure ausgesetzt. Um das Gewebe besser zu schützen, wandelt der Körper es dauerhaft um.

Dabei entsteht sogenanntes Zylinderepithel – ein Zelltyp, wie er auch im Magen oder Dünndarm vorkommt. Dieser Gewebeumbau wird in der Fachsprache Metaplasie genannt. Das neue Epithel ist robuster gegenüber Magensäure – klingt zunächst sinnvoll, ist aber nicht unbedenklich. 

Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie bei der Haut: Wer ständig zu enge Schuhe trägt, bekommt Hornhaut – als Schutzreaktion. Das hilft erstmal. Aber auf Dauer kann sich auch diese verdickte Haut entzünden oder schmerzen. Ähnlich reagiert die Schleimhaut in der Speiseröhre auf Reflux.

Doch diese Schutzreaktion in der Speiseröhre hat ihren Preis: Das veränderte Gewebe hat ein deutlich erhöhtes Risiko, sich weiter zu verändern – im schlimmsten Fall in Richtung Speiseröhrenkrebs. Besonders betroffen ist dabei der untere Abschnitt der Speiseröhre. Fachleute schätzen, dass viele dieser Krebserkrankungen auf einen Barrett-Ösophagus zurückgehen.1

Gut zu wissen:

Männer sind häufiger betroffen als Frauen – und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko weiter. Die Diagnose wird meist zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr gestellt.2

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Etwa 95 Prozent der Menschen mit Barrett-Ösophagus leiden auch an GERD.3 Damit ist die chronische Refluxkrankheit eine der Hauptursachen.

Aber auch Alkohol und Nikotin können die Schleimhaut schädigen und die Entstehung eines Barrett-Ösophagus begünstigen. Ihre Inhaltsstoffe greifen das Gewebe an und schwächen zusätzlich den unteren Schließmuskel. So wird der Rückfluss von Magensäure verstärkt.

Weitere Risikofaktoren, die Reflux und damit auch einen Barrett-Ösophagus begünstigen können:

  • Üppige und fettige Mahlzeiten
  • Hastiges Essen ohne gründliches Kauen
  • Übergewicht
  • Dauerhafter Stress

Selten, aber nicht unwahrscheinlich

Barrett-Ösophagus kann sich in seltenen Fällen zu Speiseröhrenkrebs entwickeln – das passiert aber nur bei etwa 1 bis 2 von 1.000 Betroffenen pro Jahr. Trotzdem gilt: Das Risiko liegt bei etwa 0,1 bis 0,15 Prozent pro Jahr. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig – vor allem, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.4

Welche Symptome treten auf?

Eine Frau legt ihre Hand auf ihr Brustbein.

Ein Barrett-Ösophagus macht sich oft durch klassische Reflux-Beschwerden bemerkbar. Dazu zählen:

  • Sodbrennen
  • Druck oder Brennen hinter dem Brustbein
  • Schluckbeschwerden
  • Aufstoßen und Regurgitation (also das Zurückfließen von Mageninhalt in den Rachen)
  • Heiserkeit
  • Chronischer Husten

Tückisch dabei: Ein Barrett-Ösophagus kann sich auch ohne spürbare Refluxbeschwerden entwickeln. Fachleute sprechen dann von einem asymptomatischen Verlauf – das betrifft rund 40 Prozent der Betroffenen.5

Lass deine Speiseröhre checken – sicher ist sicher

Besonders, wenn du regelmäßig Anzeichen einer GERD zeigst, solltest du deine Speiseröhre checken lassen. Mithilfe einer Endoskopie (eine Untersuchung mit einem flexiblen Schlauch und Kamera) kann die Gewebeveränderung direkt erkannt werden. Oft wird auch eine kleine Gewebeprobe entnommen und im Labor untersucht. 

Keine Sorge: Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei – auf Wunsch bekommst du ein Beruhigungsmittel und verschläfst alles ganz entspannt.

Je früher die Diagnose, desto besser die Chancen auf Heilung – und auf ein gutes Leben trotz Barrett.

Wie wird ein Barrett-Ösophagus behandelt?

Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, wie stark sich das Gewebe bereits verändert hat. Wichtig ist in jedem Fall, den zugrunde liegenden Reflux zu lindern – denn er ist oft die Ursache

Protonenpumpenhemmer (PPI) senken die Magensäureproduktion und sind häufig Mittel der Wahl. Sobrade® Kautabletten lindern Refluxbeschwerden auf rein physikalische Weise: Beim Kauen entsteht ein Gel-Komplex, der sich wie ein Schutzfilm auf die Schleimhaut der Speiseröhre legt. Zusätzlich regt das Kauen die Speichelproduktion an – das neutralisiert überschüssige Säure. Erinnerst du dich an das Beispiel mit den zu engen Schuhen? Sobrade wirkt in diesem Bild wie ein extra Paar Socken: Es schützt die empfindliche Schleimhaut, damit sie nicht weiter gereizt wird – auch wenn der Druck noch da ist.

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Wenn sich bereits Zellen mit erhöhtem Krebsrisiko zeigen, kommen endoskopische Verfahren wie die Mukosaresektion zum Einsatz.4 Dabei wird das betroffene Gewebe gezielt abgetragen, während das umliegende gesunde Gewebe erhalten bleibt und sich regenerieren kann.

Wichtig:

Regelmäßige Kontrollen sind entscheidend – selbst dann, wenn sich der Barrett-Ösophagus noch im Frühstadium befindet. Bei chronischer GERD wird eine erste Kontrolle nach einem Jahr empfohlen, danach alle drei bis vier Jahre.

Was kann ich vorbeugend tun?

Ein Barrett-Ösophagus ist oft die Folge einer chronischen Refluxkrankheit (GERD). Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Häufigkeit und Intensität des Refluxes deutlich senken – und das Risiko langfristig verringern.

Diese Maßnahmen können helfen:

Stelle deine Ernährung um

Deine Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Reflux-Prävention. Verzichte möglichst auf Speisen, die bei dir Sodbrennen oder Völlegefühl auslösen. Oft sind das fettige oder stark gewürzte Gerichte. Greif stattdessen zu Gemüse, Obst und Vollkornprodukten – und reduziere deinen Zuckerkonsum. Das entlastet deine Verdauung und senkt die Säureproduktion. Auch stilles Wasser oder ungesüßter Tee sind magenfreundlicher als Softdrinks oder stark verarbeitete Produkte.

Aber: Jeder Mensch reagiert anders. Hör auf deinen Körper – und finde heraus, was dir bekommt.

Tipp: Iss lieber kleinere Portionen über den Tag verteilt und kaue gründlich. Große Mahlzeiten liegen länger im Magen, fördern die Säurebildung – und erhöhen so das Risiko für Reflux.

Passe deine Lebensgewohnheiten an

Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung machst du vieles richtig. Dennoch solltest du zusätzliche Laster aus deinem Alltag verbannen. Verzichte möglichst auf Nikotin und regelmäßigen Alkoholkonsum – beides schwächt den Schließmuskel am Mageneingang.

Wenn du übergewichtig bist, kann bereits eine moderate Gewichtsabnahme den Druck im Bauchraum senken – und damit das Reflux-Risiko.

Vermeide Reflux in der Nacht

In der Nacht kann ein Reflux für Betroffene besonders lästig sein. Wenn du flach liegst, wirkt mehr Druck auf den Magen – besonders dann, wenn der untere Schließmuskel bereits geschwächt ist. Mit einem simplen Trick kannst du das verhindern:

Lege deinen Oberkörper leicht erhöht – zum Beispiel mit einem speziellen Kissen oder einem verstellbaren Lattenrost. So wirkt die Schwerkraft mit dir. Sie verhindert, dass Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt. Wichtig dabei: Hebe nicht nur deinen Kopf an – sonst kann die Speiseröhre abknicken und es drohen Verspannungen. 

Wenn du dich auf die Seite legst, wähle die linke. Dann liegt der Mageneingang oben – und der Inhalt bleibt, wo er hingehört.

Und: Studien zeigen, dass zu wenig Schlaf die Schleimhaut der Speiseröhre empfindlicher für Säure macht. Achte also auf ausreichend Erholung – das kann helfen, Refluxsymptome zu reduzieren.6

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Quellen:
1M. Vieth, J. M. Gutschow et al.: Epidemiologie, Diagnostik und Therapie des Barrett-Karzinoms. In: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 118, Heft 5, 2021, S. A72–A81.
2Cook MB, Wild CP, Forman D. A systematic review and meta-analysis of the sex ratio for Barrett's esophagus, erosive reflux disease, and nonerosive reflux disease. Am J Epidemiol. 2005 Dec 1;162(11):1050-61. doi: 10.1093/aje/kwi325. Epub 2005 Oct 12. PMID: 16221805.
3Spechler SJ. Barrett’s esophagus. N Engl J Med. 2002;346(11):836-42.
4Labenz, Joachim; Koop, Herbert; Tannapfel, Andrea; Kiesslich, Ralf; Hölscher, Arnulf H. (2015) Epidemiologie, Diagnostik und Therapie des Barrett-Karzinoms
5ONKO-Internetportal (2020): Speiseröhrenkrebs, Ösophaguskarzinom - Ursache und Risikofaktoren. 
6Schey R, Dickman R, Parthasarathy S et al. Sleep Deprivation Is Hyperalgesic in Patients With Gastroesophageal Reflux Disease. Gastroenterology 2007; 133: 1787–1795


Medizinische Expertise:

Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Pohl-Boskamp auf seine Richtigkeit intensiv geprüft worden.

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