Aktualisiert am 16.12.2025

Sodbrennen durch Medikamente: Ursachen und Tipps

Eine Person hält zwei Tabletten und ein Glas Wasser zum Schlucken der Tabletten in den Händen.

Das Medikament sollte deine Beschwerden lindern – doch plötzlich kommen neue dazu. Jetzt kratzt es im Hals. Oder brennt hinter dem Brustbein. Was viele nicht wissen: Einige medizinische Wirkstoffe können Reflux und Sodbrennen auslösen. Erfahre hier, welche das sind und was hilft.

von Alina Kuhnert, Journalistin

Das Wichtigste in 60 Sekunden

Unser Service für dich:

  • Viele Medikamente können Reflux auslösen. Besonders Schmerzmittel, Eisenpräparate und manche Antidepressiva greifen Magen und Speiseröhre an.
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen (NSAR) blockieren schützende Enzyme im Magen. Dadurch steigt die Säuremenge und reizt die Schleimhaut. Die regelmäßige Einnahme von NSAR erhöht das Risiko für GERD-Symptome um bis zu 60 %.
  • Reflux tritt bei Dauermedikation häufiger auf als viele denken. Darum ist eine regelmäßige Überprüfung von Einnahme und Verträglichkeit wichtig.
  • Ein Wechsel innerhalb derselben Wirkstoffklasse kann Beschwerden reduzieren – ohne die Therapie zu gefährden.
  • Anhaltendes Sodbrennen sollte abgeklärt werden. Bleiben die Beschwerden trotz Umstellung, dann hole dir ärztlichen Rat.

Du schluckst deine Tablette und denkst nicht weiter nach. Bis sich später etwas regt, das sich nicht nach der eigentlichen Wirkung anfühlt. Ein Brennen, das langsam nach oben zieht. Sodbrennen.

Der Auslöser liegt aber nicht im Magen selbst, sondern in der Hausapotheke. Denn: Bestimmte Wirkstoffe in Medikamenten können Sodbrennen auslösen.

Warum lösen Medikamente Sodbrennen aus?

Warum das Sodbrennen entsteht, hängt von der Art des Arzneimittels ab. Viele Medikamente erhöhen die Säurewirkung. Sie reduzieren den natürlichen Schutz im Magen.1 Dadurch wird die Schleimhaut anfälliger für die aggressive Säure. 

Andere wiederum reizen die Schleimhäute der Speiseröhre direkt und führen so zu medikamenteninduzierten Reflux.2 Und wieder andere beeinträchtigen den Schließmuskel der Speiseröhre. Und wenn dieser nicht mehr richtig schließt, kann Magensäure leichter zurück in die Speiseröhre gelangen und dort Beschwerden verursachen.3

Gut zu wissen!

Reflux bedeutet, dass Mageninhalt wieder in die Speiseröhre zurückfließt. Etwa 15 bis 20 Prozent der Deutschen leiden regelmäßig darunter.4

Welche Arzneimittel verursachen Reflux und Sodbrennen?

Viele Arzneimittel greifen die natürlichen Schutzmechanismen im Magen-Darm-Trakt an – und fördern dadurch Reflux oder Sodbrennen. Das Risiko hängt von der Substanz, der Dosierung und der Einnahmeform ab. Hier erfährst du, bei welchen Wirkstoffen du besonders aufmerksam sein solltest.

Es klingt kompliziert: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich aber vertraute Schmerzmittel. Was sie können: Schmerzen lindern, Fieber senken und Entzündungen hemmen. Einer der bekanntesten Vertreter ist das Ibuprofen. Es steht in fast jeder Hausapotheke, hat sich als Helfer in der kleinen Not bewährt, reizt aber den Magen. Das Risiko für Sodbrennen steigt.

Warum lösen sie Sodbrennen aus?

Dazu lohnt sich der Blick auf die Wirkweise. Du schluckst eine Tablette. Sie löst sich im Magen auf und beginnt zu wirken. Um Schmerzen zu stoppen, blockieren die Wirkstoffe bestimmte Enzyme. Diese Enzyme – sogenannte Cyclooxygenasen – sind für die Bildung von Prostaglandinen zuständig. Und genau diese schützen die Magenschleimhaut – unter anderem, indem sie die Schleim- und Bicarbonatproduktion fördern und die Durchblutung verbessern. Wird ihre Bildung gehemmt, fällt dieser natürliche Schutz weg.5

Das Ergebnis? Manchmal brennt es hinter dem Brustbein oder es zieht im Magen. Sodbrennen und Magenschmerzen sind deshalb bei der Einnahme von NSAR nicht selten. Weitere Wirkstoffe, die zu dieser Gruppe gehören:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)

  • Diclofenac

  • Naproxen

  • Meloxicam

  • Felbinac

Gut zu wissen!

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) stehen im Verdacht, die Entwicklung von GERD zu fördern.6 GERD, die gastroösophageale Refluxkrankheit, führt unter anderem zu Symptomen wie Sodbrennen oder saurem Aufstoßen.

Schon nach drei Monaten NSAR-Einnahme kann das Risiko für solche Beschwerden um 60 Prozent steigen.7

Wer unter einem Eisenmangel oder einer Anämie leidet, muss meist Eisenpräparate einnehmen. Doch viele dieser Mittel belasten den Magen und führen zu Sodbrennen.8

Aber warum?

In den meisten Produkten liegt Eisen als Salz vor – etwa als Eisen(II)-sulfat. Wenn du eine Tablette schluckst, löst sie sich im Magen auf. Das Eisen kommt dabei direkt mit der Schleimhaut in Kontakt. Vor allem bei einem leeren Magen kann das zu Reizungen führen. Ein brennendes Gefühl im Oberbauch, Druck, Aufstoßen oder Reflux. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einer sogenannten Iron Pill Gastritis.

Untersuchungen zeigen, dass Eisenpräparate – insbesondere in Tablettenform – die Magenschleimhaut direkt angreifen können. In Endoskopien wurden bei Betroffenen typische Schleimhautveränderungen und Eisenablagerungen festgestellt.

Sodbrennen kann auch als Nebenwirkung von Antibiotika auftreten. Vor allem Wirkstoffe wie Doxycyclin, Tetracyclin oder Clindamycin können bei falscher Einnahme zu einer sogenannten tabletteninduzierten Ösophagitis führen.9

Wenn du solche Medikamente im Liegen oder mit zu wenig Wasser einnimmst, bleiben sie länger an der Speiseröhre haften. Dort können sie die Schleimhaut direkt schädigen – durch ihre lokale ätzende Wirkung.

Ist die Schleimhaut erst gereizt, reicht oft schon geringe Magensäure aus – und es brennt hinter dem Brustbein. Die Beschwerden ähneln typischem Sodbrennen, haben aber eine andere Ursache.

Trizyklische Antidepressiva, also Medikamente wie Amitriptylin oder Clomipramin, können das Risiko für Sodbrennen erhöhen. Der Grund: Sie senken die Spannung des unteren Speiseröhrenschließmuskels.10 Das begünstigt den Rückfluss von Magensäure.

Auch moderne Antidepressiva wie SSRIs, also selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, stehen im Verdacht, die Beschwerden zu verstärken. Besonders bei längerer Einnahme erhöht sich das Risiko.

Nicht nur Schmerzmittel, Eisenpräparate oder Antidepressiva können Reflux begünstigen. Auch andere Medikamente greifen in die natürlichen Schutzmechanismen ein – direkt oder indirekt.

Weitere Wirkstoffe, die den unteren Speiseröhrenschließmuskel (Ösophagussphinkter) schwächen oder die Beweglichkeit der Speiseröhre beeinflussen:11,12

  • Calciumantagonisten (z. B. Blutdrucksenker wie Amlodipin)
  • Nitrate (z. B. das im Nitrospray enthaltene Glyceroltrinitrat)
  • Anticholinergika (z. B. Medikamente gegen Krämpfe wie Butylscopolamin)
  • Theophyllin (z.B. in Asthmamittel enthalten)
  • Opioide (z. B. Starke Schmerzmittel wie Codein)

Diese Wirkstoffe senken zum Teil den Tonus des unteren Speiseröhrenschließmuskels oder beeinflussen die Bewegung des Verdauungstrakts. So kann Magensäure leichter in die Speiseröhre aufsteigen – und Sodbrennen auslösen.

Auch Osteoporose-Medikamente wie Alendronat gelten als problematisch – allerdings aus einem anderen Grund. Nimmst du sie ohne ausreichend Wasser ein oder legst dich direkt nach der Einnahme hin, können sie sich in der Speiseröhre ablagern und die Schleimhaut lokal schädigen.

Was kann ich gegen medikamentenbedingtes Sodbrennen tun?

Eine Frau spricht mit ihrer Ärztin wegen Sodbrennen.

Setze verschriebene Medikamente niemals eigenmächtig ab. Auch dann nicht, wenn sie für dein Sodbrennen verantwortlich sind. Sprich immer vorher mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt. Besonders wichtig ist das bei Blutdrucksenkern, Antidepressiva oder anderen regelmäßig einzunehmenden Mitteln.

Was du tun kannst:

  • Einnahme prüfen. Manche Medikamente sind besser verträglich, wenn du sie während oder direkt nach dem Essen einnimmst. Das gilt zum Beispiel für Schmerzmittel oder Eisenpräparate. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob das bei dir möglich ist.
  • Präparat wechseln. Besprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob du innerhalb derselben Wirkstoffklasse auf ein anderes Medikament umsteigen kannst.
  • Verstärker meiden. Scharfe Speisen, koffein- oder kohlensäurehaltige Getränke, Nikotin sowie säurebildende Lebensmittel können Sodbrennen zusätzlich verstärken.
  • Nachts erhöht liegen. Wenn du nachts Sodbrennen hast, lagere deinen Oberkörper höher. Staple Kissen übereinander oder lege dir ein Keilkissen zu. Dein Oberkörper sollte etwa 15 bis 20 Zentimeter erhöht liegen.
  • Probier Hausmittel aus. Einigen Menschen hilft ein magenschonender Tee oder das Kauen von Mandeln. Sie binden Magensäure und transportieren sie zurück in den Magen. Aber: Prüfe vorher, ob es Wechselwirkungen mit deinen Medikamenten geben könnte.
  • Sanfte Hilfe mit Sobrade®. Die Kautabletten helfen bei Sodbrennen, ohne in deine körpereigenen Prozesse einzugreifen. Es gibt keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und keine Wirkstoffbindung. Das heißt: Du schützt deine Schleimhaut, ohne die Wirkung deiner Medikamente zu beeinträchtigen.

Wann sollte ich zum Arzt?

Sodbrennen kann gelegentlich auftreten – auch als Nebenwirkung von Medikamenten. Wenn die Beschwerden regelmäßig oder stärker werden, solltest du sie immer ärztlich abklären lassen.

Hol dir ärztlichen Rat, wenn ...

  • du mehr als zweimal pro Woche Sodbrennen hast.
  • du ungewollt Gewicht verlierst.
  • deine Beschwerden zunehmen.
  • Medikamente wie Pantoprazol (Protonenpumpenhemmer/PPI) keine Wirkung zeigen.
  • die Beschwerden trotz Umstellung länger als zwei Wochen bestehen.

Je früher du die Ursache abklären lässt, desto besser kannst du handeln – und möglichen Folgeerkrankungen vorbeugen.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Du kannst Sobrade® auch vorbeugend einnehmen. So schützt du deine Schleimhaut, bevor es brennt. Am besten kaust du Sobrade® jedoch nach der Einnahme von Medikamenten. Das hat einen einfachen Grund: Da du Tabletten in der Regel mit Wasser einnimmst, würde der Gel-Komplex sonst verdünnt werden und könnte seine volle Wirkung nicht entfalten.

Manche Medikamente reizen die Schleimhaut erst nach längerem Kontakt. Zum Beispiel, wenn du sie im Liegen einnimmst und sie dadurch länger in der Speiseröhre bleiben. Andere wirken zeitverzögert auf den Magen: Sie lockern den Schließmuskel und begünstigen so den Rückfluss von Magensäure.

Allein anhand der Beschwerden kannst du das nicht eindeutig feststellen. Symptome wie Brennen hinter dem Brustbein, Schmerzen beim Schlucken oder ein Kloßgefühl im Hals können Warnsignale sein – treten aber auch bei gelegentlichem Reflux auf. Sicherheit bringt nur eine Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie). Dabei sehen Ärztinnen und Ärzte direkt, ob die Schleimhaut gereizt oder geschädigt ist.

Die Wirkung der Sobrade®-Kautabletten hält im Durchschnitt etwa 3,5 Stunden an.13

Ja. Sobrade® eignet sich sehr gut als Ergänzung zur PPI-Therapie. Besonders wenn du trotz Medikament weiter unter Sodbrennen leidest.

In einer klinischen Studie berichteten über 90 % der Teilnehmenden mit langjähriger PPI-Einnahme von spürbarer Linderung – oft schon innerhalb von Minuten.13

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Quellen:
1 Ghlichloo I, Gerriets V. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). In:  StatPearls . StatPearls Publishing; 2022.
2 Abdi S, Masboogh F, Nazari M, Abbasinazari M. Eine aktualisierte Übersicht über medikamenteninduzierte Ösophagitis und ein hilfreiches Management für medizinisches Personal. Gastroenterologie und Hepatologie vom Bett zur Laborbank . 2022;15(3):219-224. doi:10.22037/ghfbb.v15i3.2591
3 Osadchuk AM, Davydkin IL, Gricenko TA, Osadchuk MA. Gastroösophageale Refluxkrankheit und Ösophagitis im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten: der aktuelle Stand des Problems. Terapevticheskii arkhiv. 2019;91(8):135-140.doi:10.26442/00403660.2019.08.000228
4 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). S2k-Leitlinie: Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis. AWMF-Registernummer 021-013. [Zugegriffen am 02.10.2025].
5 Chicoine A. NSAIDs: COX-1 and COX-2: What’s the difference? Proceedings. dvm360. 2010 Apr 1. [Zugegriffen am 02.10.2025]
6 Mungan Z, Pinarbasi Simsek B.: Which drugs are risk factors for the development of gastroesophageal reflux disease? Turk J Gastroenterol. 2017;28(Suppl 1):S38–S43. doi:10.5152/tjg.2017.11. [Zugegriffen am 02.10.2025].
7 Kıpçak S, Çağanoğlu D, Ergün P, Bor S. In Vitro and In Vivo Effects of Nonsteroidal Anti-inflammatory Drugs and Aspirin on Rabbit Esophageal Epithelium. Turk J Gastroenterol. 2022 Mar;33(3):257-270. doi: 10.5152/tjg.2022.201168. PMID: 35410859; PMCID: PMC9128477.
8 Tolkien Z, Stecher L, Mander AP, Pereira DI, Powell JJ. Ferrous sulfate supplementation causes significant gastrointestinal side-effects in adults: a systematic review and meta-analysis. PLoS One. 2015 Feb 20;10(2):e0117383. doi: 10.1371/journal.pone.0117383. PMID: 25700159; PMCID: PMC4336293.
9 Saleem F, Sharma A. Drug-Induced Esophagitis. [Updated 2023 Jun 20]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-.
10 van Soest EM, Dieleman JP, Siersema PD, Sturkenboom MCJM, Kuipers EJ. Tricyclic antidepressants and the risk of reflux esophagitis. Am J Gastroenterol. 2007;102(9):1870–1877. doi:10.1111/j.1572-0241.2007.01320.x.
11 Jagirdhar GSK, Bains Y, Surani S. Investigating causal links between gastroesophageal reflux disease and essential hypertension. World J Clin Cases 2024; 12(14): 2304-2307 [PMID: 38765750 DOI: 10.12998/wjcc.v12.i14.2304]
12 Mayo Clinic. Heartburn or GERD: What’s the difference? Diseases & Conditions – Expert Answers. Mayo Clinic; 2019. [Zugegriffen am 02.10.2025].
13 Gross, M., Neuschwander, D., Steffens, L. et al. Multicentre prospective study to evaluate effectiveness and safety of gel-forming and hyaluronic-acid containing chewable tablets as add-on treatment in patients with gastroesophageal reflux disease (GERD) symptoms and unsatisfying proton pump inhibitor therapy. BMC Gastroenterol 23, 304 (2023).


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Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Pohl-Boskamp auf seine Richtigkeit intensiv geprüft worden.

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