Aktualisiert am 16.12.2025

Sodbrennen in der Stillzeit: Was Mütter wissen sollten

Eine Mama sitzt auf der Couch während sie ihr Neugeborenes stillt.

Bei Sodbrennen in der Stillzeit brennt nicht nur der Hals. Sondern auch die Frage: Was hilft wirklich und ist für mein Baby unbedenklich? Dieser Ratgeber bringt dir Klarheit.

von Alina Kuhnert, Journalistin

Das Wichtigste in 60 Sekunden

Der Pohl-Boskamp-Service für dich:

  • Sodbrennen ist in der Stillzeit keine Seltenheit. Hormonumstellungen, körperliche Rückbildung und ein veränderter Alltag bringen den Magen aus dem Gleichgewicht.
  • Stress und Hektik verstärken die Beschwerden. Wenig Schlaf, hastiges Essen und unregelmäßige Mahlzeiten fördern Reflux.
  • Bestimmte Lebensmittel reizen zusätzlich. Zitrusfrüchte, Tomaten, Schokolade oder frittierte Speisen belasten Magen und Speiseröhre
  • Alltagstipps können helfen. Kleine Portionen, linksseitiges Liegen und eine erhöhte Schlafposition entlasten den Magen. Haferflocken und Mandeln beruhigen, lockere Kleidung beugt zusätzlichem Druck vor.
  • Auch in der Stillzeit können Medikamente helfen. Antazida, H₂-Blocker und Protonenpumpenhemmer gelten als geeignet, aber nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Sobrade® ist eine stillfreundliche Option. Die Kautablette wirkt rein physikalisch, ist auch in der Stillzeit gut verträglich und lindert akutes Sodbrennen schnell.
  • Häufiges Sodbrennen muss abgeklärt werden. Tritt es mehr als zweimal pro Woche auf, kann das ein Hinweis auf eine chronische Refluxkrankheit sein.

Stillen, wickeln, schnell was essen. Der Tag läuft hektisch, aber er läuft. Und mittendrin: Ein unangenehmes Brennen im Hals, das einfach nicht verschwindet. Viele Mütter erleben genau das in den ersten Wochen nach der Geburt. Doch warum tritt Sodbrennen jetzt so häufig auf? Und was hilft, ohne das Baby zu gefährden?

Warum kommt Sodbrennen in der Stillzeit so häufig vor?

Sodbrennen in der Stillzeit hat mehrere Ursachen. Direkt nach der Geburt verändert sich der Hormonhaushalt. Mit der Plazenta wird die Hauptquelle für Schwangerschaftshormone ausgeschieden – ein natürlicher Prozess, der den Körper zurück in den Normalzustand bringt. Gleichzeitig beginnt die Rückbildung im nun ehemaligen Mutterleib. Organe und Körperfunktionen kehren in ihren Ursprungszustand zurück. Und genau diese Umstellungen können Reflux begünstigen.

Übrigens:

Reflux bedeutet, dass Mageninhalt wieder zurück in die Speiseröhre fließt. Die Säure reizt dort die Schleimhaut – das verursacht das typische Brennen hinter dem Brustbein.

Auch der veränderte Alltag und die Essgewohnheiten begünstigen Reflux. Im Wochenbett und oft noch lange danach ist jede Pause zu kurz. Du willst dein Baby nicht aus den Augen lassen, trotzdem soll der Haushalt nebenher laufen. Und kaum ist das Kind satt, hat es schon wieder Hunger. Da bleibt kaum Zeit für eine ruhige Mahlzeit. Viele Mütter essen im Stehen oder zwischendurch – oft hastig und unregelmäßig. Genau das kann den Magen überfordern. 

Und manchmal wird auch die Umstandskleidung zu früh weggeräumt. Wer sich zu schnell wieder in enge Hosen oder alte Lieblingskleider zwängt, baut zusätzlichen Druck auf den Bauch auf. Auch das kann Reflux auslösen.

Welche Lebensmittel verschlimmern Sodbrennen in der Stillzeit?

Bestimmte Lebensmittel reizen die Magenschleimhaut oder fördern die Säurebildung. Dadurch kann sich Sodbrennen verstärken. Gerade in der Stillzeit lohnt es sich, genauer hinzusehen.

  1. Koffeinhaltige Getränke und Tee. Kaffee und schwarzer Tee enthalten Koffein, das den Magen reizen kann. In der Stillzeit solltest du ohnehin nur geringe Mengen genießen, weil es dein Baby unruhig machen kann. Auch Früchtetee kann aufgrund der enthaltenen Fruchtsäure Sodbrennen auslösen.
  2. Säurehaltiges Obst und Gemüse. Vor allem Zitrusfrüchte haben einen hohen Säureanteil. Auch Tomaten können den Säuregehalt im Magen erhöhen. Oder die bereits gereizten Schleimhäute in der Speiseröhre zusätzlich belasten.
  3. Schokolade und Süßspeisen. Beliebt, aber tückisch bei Sodbrennen. Der hohe Fettanteil belastet die Verdauung. Besonders Schokolade kann den unteren Speiseröhrenschließmuskel aufgrund enthaltener Inhaltsstoffe entspannen.1 Das begünstigt Reflux, vor allem bei größeren Mengen.
  4. Scharfe Gewürze und Zwiebeln. Chili und Cayennepfeffer sind nicht magenfreundlich. Zwiebeln enthalten Sulfide (schwefelhaltige Verbindungen), die die Säureproduktion anregen. Außerdem entspannen sie den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Mageneingang. Das Resultat? Es kann zu Reflux kommen.
  5. Fetthaltige und frittierte Speisen. Fettreiche Mahlzeiten verzögern die Magenentleerung.2 Heißt: Nach dem Essen bleibt dein Magen länger voll und der Druck nach oben steigt. Gleichzeitig schüttet dein Körper Verdauungshormone aus. Diese unterstützen zwar die Fettverdauung, einige von ihnen entspannen aber auch den unteren Speiseröhrenschließmuskel. Beides verstärkt Sodbrennen.

Welche Hausmittel sind stillfreundlich und helfen gegen Sodbrennen?

Schale mit Müsli und Beeren in den Händen einer sitzenden Person.
  • Iss regelmäßig kleinere Portionen. Große Mahlzeiten dehnen den Magen und erhöhen den Druck auf den Schließmuskel. Besser sind mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt. Und vor dem Schlafen solltest du zwei bis drei Stunden keine feste Nahrung mehr zu dir nehmen. So vermeidest du Sodbrennen in der Nacht.
  • Baue Haferflocken in deinen Ernährungsplan ein. Sie sind leicht verdaulich, magenfreundlich und gelten als bewährte Schonkost – auch bei Reflux. Zudem liefern sie wichtige Nährstoffe wie Vitamin B1, B6 und Eisen.
  • Bleib nach dem Essen aufrecht. Die Schwerkraft ist dein Verbündeter. Sie hilft, den Mageninhalt unten zu halten. Bleib deshalb 20 bis 30 Minuten aufrecht sitzen und schiebe das Nickerchen etwas auf. Wenn du dich hinlegst, dann möglichst auf die linke Seite. Das senkt den Druck auf den Magen nachweislich und kann Reflux-Symptome reduzieren.3
  • Kaue Mandeln. Gut gekaut können sie überschüssige Magensäure neutralisieren. Vorausgesetzt, du isst sie in Maßen. 4 bis 6 Mandeln können leichte Beschwerden lindern.
  • Schlafe hochgelagert. Ein leicht erhöhter Oberkörper verhindert, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Dafür reicht oft schon ein Keilkissen.
  • Trage bequeme Kleidung. Gerade nach dem Essen oder beim Stillen sollte nichts deinen Bauch einschnüren. Bequeme Stoffe und ein flexibler Bund entlasten. Übrigens: Auch ein zu enger Still-BH kann Beschwerden verstärken.

Achtung, Mythos:

Viele greifen bei Sodbrennen instinktiv zum Glas Milch – ein Klassiker unter den Hausmitteln. Tatsächlich kann sie für Linderung sorgen, aber nur kurzfristig. Bei vielen Menschen sorgt sie dann sogar für den gegenteiligen Effekt.

Fettreiche und gesüßte Milch kann die Säureproduktion sogar anregen und die Beschwerden verschlimmern.4 Außerdem führen Milchprodukte bei vielen zu Blähungen. Der zusätzliche Druck im Bauch verstärkt den Reflux.

Welche Medikamente sind stillfreundlich bei Sodbrennen?

Viele Mütter sind verunsichert:  Welche Mittel sind stillfreundlich? Gelangen Medikamente in die Muttermilch? Und wenn ja: Schaden sie meinem Baby?

Einige Medikamente gelten als unbedenklich für stillende Mütter. Zwar können geringe Mengen in die Milch übergehen, sie sind jedoch in der Regel klinisch unbedeutend. Trotzdem gilt: Nimm Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache. Deine Ärztin oder dein Arzt kann so Risiko und Nutzen abwägen.

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, ist Sobrade® eine stillfreundliche Option. Beim Kauen entsteht ein schützender Gel-Film, der sich über die Schleimhaut in Rachen und Speiseröhre legt.

Sobrade® greift nicht in körpereigene Prozesse. Darum kannst du Sobrade® auch in Schwangerschaft und Stillzeit unbesorgt anwenden. Sodbrennen ade. Dank Sobrade®.

Wann sollte ich ärztlichen Rat einholen?

Gelegentliches Sodbrennen kann unangenehm sein, ist jedoch meist harmlos. Tritt es jedoch häufiger auf, solltest du genauer hinschauen.

Als Faustregel gilt: Wenn du mehr als zweimal pro Woche Sodbrennen hast, ist die ärztliche Abklärung sinnvoll. Solche Beschwerden können auf eine funktionelle Störung oder eine chronische Erkrankung hinweisen.

Diese Warnzeichen solltest du ernst nehmen: 

  • starke oder anhaltende Schmerzen in Magen oder hinter dem Brustbein
  • Probleme beim Schlucken oder das Gefühl, dass Speisen „stecken bleiben“
  • ungewollter, starker Gewichtsverlust, der nicht durchs Stillen erklärbar ist

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Quellen:
1 Wright LE, Castell DO. The adverse effect of chocolate on lower esophageal sphincter pressure. Am J Dig Dis. 1975 Aug;20(8):703-7. doi: 10.1007/BF01070826. PMID: 239592.
2 Stacher G, Granser GV, Bergmann H, Kugi A, Stacher-Janotta G, Höbart J. Slow gastric emptying induced by high fat content of meal accelerated by cisapride administered rectally. Dig Dis Sci. 1991 Sep;36(9):1259-65. doi: 10.1007/BF01307519. PMID: 1893810.
3 Simadibrata DM, Lesmana E, Amangku BR, Wardoyo MP, Simadibrata M. Left lateral decubitus sleeping position is associated with improved gastroesophageal reflux disease symptoms: A systematic review and meta-analysis. World J Clin Cases. 2023 Oct 26;11(30):7329-7336. doi: 10.12998/wjcc.v11.i30.7329. PMID: 37969463; PMCID: PMC10643078.
4 Advanced Food Intolerance Labs. Does Milk Help Acid Reflux? The Common Dairy Remedy. abgerufen am 24.09.2025


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Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Pohl-Boskamp auf seine Richtigkeit intensiv geprüft worden.

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